Firmen-Portrait: Vostok

Gründungsjahr: 1942
Produkte: mechanische Armbanduhren mit Handaufzug und Automatik im Preisbereich von 40 bis 300 Euro, Wasser- und Gaszähler, Tachometer und Uhren für die Autoindustrie. Die bekanntesten Uhrenreihen: Vostok, Komandirskie, Amphibia, Kremlevskie.
Anzahl der Mitarbeiter: 3200

Die Uhrenfabrik Vostok wurde im Jahre 1942 auf Basis der aus Moskau evakuierten Uhrenfabrik Slava gegründet. Zu dieser Zeit war das Unternehmen grundsätzlich auf Bedürfnisse der Front orientiert aber schon im Jahre 1943 wurden die erste zivile Produkte hergestellt, inklusive mechanische Herrenarmbanduhren, z.B. das Modell Modell K-43.

Das Logo „Vostok“ (kyrillisch «Восток» ) erschien auf Zifferblättern erstmals 1957. Das waren die ersten Präzisionsuhren in der UDSSR (d.h. Uhren mit erhöhter Ganggenauigkeit, dem Standart eines damaligen Chronometers entsprechend.) Die bis heute bekannteste Uhrenreihe „Komandirskie“ wurde im Auftrag des Verteidigungsministerium für das Militär entwickelt und produziert.

Im Gegensatz zu anderen Unternehmen der Branche, welche in den 80ziger Jahren die Produktion mechanischer Uhren einstellten und zur Herstellung von Quarzuhren übergingen, hat die Fabrik Vostok die Produktion mechanischer Uhren nie vernachlässigten. Mehr noch, das Werk hat gezielt und konsequent seinen Maschinenpark verbessert (modernisiert). Als in der Mitte der 90ger Jahren , die Soviet Union auseinander brach, die Branche dezentralisiert wurde und auch die Preise für Quarzuhren auf dem Weltmarkt drastisch absanken wurde die Herstellung von Quarzuhren in allen Russischen Fabriken eingestellt. Damit befand sich die Fabrik Vostok in einer sehr vorteilhafte Position, Vostok war das einzige Unternehmen, der Uhrenindustrie Russlands welches sein Potenzial beibehalten konnte.

Seit dieser Zeit erweitert die Fabrik ihre Kapazität kontinuierlich. Bezüglich technischer Ausrüstung und Produktionskapazität ist Vostok der Führer in der Branche. „Vostok“ kann derzeit bis zu 1,5 Mio Uhren pro Jahr herstellen. Wobei das Unternehmen über einen vollen Produktionszyklus verfügt. Das Werk stellt alle Uhrenkomponente selbst her, inklusive Steine, Feder, usw. Außerdem, wird eine ganze Reihe Ersatzteile und Komponente an andere russischen Fabriken geliefert. Unter den Kunden von „Vostok“ gibt es auch renommierte westliche Hersteller, welche die Qualität der Vostok´er Uhrmacher zu schätzen wissen.

Die Fabrik Vostok ist beinahe das einzige Großunternehmen in Russland, welches sich mit der Entwicklung von Uhrwerke beschäftigt. In den letzten zwei Jahren wurde das Basiskaliber 2416 erheblich überarbeitet, es wurden ca. 10 Modifikationen mit verschiedenen Indikatoren und Anzeigen entwickelt, und auch die Produktion der Uhrwerke Kaliber 2609, 2619, welche früher von Poljot produziert wurden, ist in vollem Gange.

Die „Komandirskie“ Reihe ist eine der bekanntesten Uhrenmarken in Russland. Während und nach der Perestroika haben diese Uhren auch im Ausland zunehmend an Beliebt- und Bekanntheit gewonnen, sie werden in eine ganze Reihe Europäische Ländern und in die USA exportiert. Um die Präsenz auf dem Weltmarkt zu verstärken, hat die Fabrik im Jahre 2003 ein Joint Venture Unternehmen Koliz-Vostok mit Sitz in Litauen gegründet mit dem Ziel eine neue Uhrenmarke, nämlich Vostok Europe auf den Weltmarkt zu bringen.

Als prägendes Unternehmen der Stadt Tschistopol, übernimmt die Fabrik eine sehr hohe soziale Verantwortung. Das Werk finanziert eine Filiale der Technischen Universität Kazans, bietet Sportstätten, Schulen, Internetcafe, Balettschulen, Theateraufführungen, Kindergarten, sowie ein hervorragend ausgestattetes medizinisches Zentrum. Somit ist Tschistopol, mitten auf dem tiefen Land gelegen, eine fortschrittliche Stadt.

Die allgemeinen Probleme der Uhrenindustrie gingen auch am Größten Unternehmen des Landes nicht spurlos vorüber. Auch hier hat man die Verschärfung des Wettbewerbes und die Reduktion der Verkaufsvolumen erlebt. Um die Situation zu verbessern, plant die Fabrik ein Netz eigener Läden aufzubauen, sowie Abteilungen für eigene Produkte in großen Einkaufszentren einzurichten.

Die strategische Aufgabe des Unternehmens ist Erhaltung und weitere Entwicklung der Uhrwerke. Nur bei Vorhandensein eigener Uhrwerke darf man über Uhrenindustrie in einem Land sprechen. Aus diesem Grund plant das Unternehmen weitere Investitionen in die Anschaffung neuer Ausrüstung, Verbesserung der Produktqualität und Entwicklung weitere Uhrwerke.